Demenz ist eine schreckliche Erkrankung, für die es bis heute noch keine Heilung gibt. Um das Leben einer demenzkranken Person so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten, sollten gewisse Schutzmaßnahmen zu Hause ergriffen werden. Dadurch werden Verletzungen verhindern und gleichzeitig kann das eigenständige Leben gefördert werden. Welche Schutzmaßnahmen unverzichtbar für Demenzpatienten sind, zeigen wir.


Die wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Zuhause

Installation von Fensterfolie im Büro zum Schutz vor ultravioletter Strahlung und vor neugierigen BlickenIm Grunde gehen Sie wie bei einer Wohnung vor, welche Sie für Kleinkinder sicher machen. Immerhin gehen viele bisherigen Fähigkeiten verloren. Zudem leidet das Gedächtnis, sodass gefährliche Produkte oder Situationen nicht mehr als solche erkannt werden. Von daher sollten alle Türen mit einer passenden Kindersicherung verschlossen werden, die eine Gefahr darstellen. Zum Beispiel Schränke mit Putzutensilien. Gleichermaßen sollte eine Fensterfolie blickdicht angebracht werden. Jene hat zwei Vorteile. Zunächst erkennen Demenzpatienten sofort, ob das Fenster geöffnet oder geschlossen ist. Dadurch können schreckliche Unfälle verhindert werden. Außerdem sorgt eine Fensterfolie blickdicht für mehr Privatsphäre. Viele demenzkranke Menschen fühlen sich von unbekannten Personen eingeschüchtert und verängstigt. Auch, wenn diese nur am Fenster vorbeilaufen sollten. Um solch stressige Situationen zu umgehen, wird die Fensterscheibe einfach blickdicht verschlossen.

Es gibt aber auch viele technische Lösungen, welche etliche Gefahrenquellen ausmerzen. Zum Beispiel könnten Demenzpatienten den Herd eingeschaltet lassen oder sie haben vergessen, dass Badewasser abzudrehen. Das sind häufige Situationen, die meist unschön enden. Zum Glück gibt es aber viele Produkte im Zusammenhang mit Smart-Home. Zum Beispiel eine Herdsicherung, welche automatisch die Herdplatte abschaltet, wenn jene lange nicht benutzt wurde. Aber auch Lichter oder Ähnliches können automatisch gesteuert werden, weshalb sich diese anschalten, wenn jemand den Raum betritt, und wieder abschalten, wenn der Raum verlassen wird. Sicherlich kostet die Einrichtung solcher technischen Hilfsmittel viel Zeit und Geld, doch dafür können Demenzpatienten wesentlich angstfreier und entspannter leben.

Wann ist die Verlegung in ein Pflegeheim sinnvoll?

Zu Beginn einer Demenzerkrankung ist es nicht notwendig, dass die Person sofort in ein Pflegeheim verlegt wird. Immerhin ist Demenz ein schleichendes Leiden, welches sich langsam verschlechtert. Anfangs werden nur Kleinigkeiten vergessen, doch mit der Zeit nehmen Orientierung, Auffassung, Denken, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache sowie das Urteilsvermögen ab. Solche Personen können gefährliche Situationen nicht mehr richtig einschätzen, weshalb eine ständige Betreuung notwendig wird. Nur wenige Familien können das bieten, wobei teilweise Pflegepersonal weiterhelfen kann. Stellt die eigene Wohnung aber eine Gefahr dar, sollte eine Verlegung in ein Pflegeheim in Betracht gezogen werden. Hier erhalten demenzkranke Personen nicht nur den Vorteil, dass sie von professionellem Pflegeperson betreut werden, sondern auch die Gefahren im Umfeld werden auf ein Minimum reduziert. Das bedeutet, auch, wenn es schwerfällt, ist ein Pflegeheim jetzt die bessere Lösung. Wichtig: Je nach Schwere der Demenzerkrankung könnte auch betreutet Wohnen eine Option sein. Dort wird die Eigenständigkeit gefördert und zugleich darauf geachtet, dass nichts passiert.

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